Atomkraft: Einfach mal abschalten

Nicht erst seit den jüngsten Störfällen im schleswig-holsteinischen Atomkraftwerk (AKW) Krümmel und dem niedersächsischen Kraftwerk Emsland ist die Atomlobby in Erklärungsnot. Entgegen aller Beschwörungen wird immer deutlicher, wie unsicher und störanfällig AKWs sind. Statt der von CDU/CSU und FDP geforderten Laufzeitverlängerung muss es daher darum gehen am Atomausstieg festzuhalten und Schrottreaktoren vorzeitig abzuschalten

Denn: Die wiederholten Störfälle in Krümmel sind kein Einzelfall

Allein im Kraftwerk Krümmel hat es seit seiner Inbetriebnahme 1984 über 300 meldepflichtige Störfälle gegeben. Im Schnitt ereigneten sich zwischen 1996 und 2006 in den 17 deutschen Kernkraftwerken 132 Vorfälle pro Jahr.

Hinzu kommt die Entsorgungsfrage. Bis heute besteht kein schlüssiges Konzept zur Endlagerung. Und auch hier häufen sich die Probleme, wie das Beispiel des einzigen in Deutschland bestehenden Endlagers Asse II zeigt. Wer wie CDU/CSU und FDP Atomstrom vor diesem Hintergrund immer noch das strahlende Bild vom sicheren, sauberen und billigen Atomstrom zeichnet, handelt verantwortungslos und stellt sich in den Dienst der Atomlobby.

Denn: Der Betrieb älterer Kernkraftwerke ist für die Stromerzeuger extrem profitabel

Einer Studie zufolge bedeutet eine längere Laufzeit pro AKW einen Zusatzgewinn von rund einer Million Euro pro Tag – Profit auf der auf Kosten der Sicherheit geht. Denn ältere Kraftwerke sind deutlich störanfälliger!Trotzdem fordern CDU-Politiker wie der baden-württembergische Ministerpräsident Günther Oettinger eine Verlängerung der Restlaufzeiten – auch von älteren Meilern. Dies wäre das Ende des 1999 unter Rot-Grün beschlossenen Atomkompromiss

Daher: Am Atomausstieg festhalten!

Das heißt: Stilllegung des letzten deutschen AKWs spätestens 2021. Störanfällige Kraftwerke müssen kompromisslos ohne die Übertragung der Restlaufzeiten auf andere AKWs früher abgeschaltet werden.