Gute Schulen und elterliches Engagement für alle!

Gründungen von Privatschulen untergraben Bemühungen allen Kindern im Land gute Bildung zu bieten.

Die Jungsozialisten sehen die derzeitige Diskussion um eine Ausweitung privater Trägerschaft von Schulen mit großen Bedenken. Bremens Anteil von Schülern in Privatschulen liegt deutlich über den Bundesdurchschnitt. „Dies ist eine gefährliche Entwicklung. Sie untergräbt sämtliche Bemühungen hin zu einem integrierten Schulsystem“ sagt der Vorsitzende der Jusos Bremen-Stadt, Falk Wagner. Damit Chancengleichheit für alle Kinder, unabhängig von Herkunft und Einkommen der Eltern, verwirklicht werden könne, sei es notwendig, dass alle Kinder gemeinsam voneinander und miteinander lernen. „Privatschulen bewirken das genaue Gegenteil: sie wollen die Kinder besonders wohlhabender oder besonders gebildeter Eltern aus dem System herauskaufen und die übrigen Schüler öffentlichen ‚Restschulen’ überlassen. Ein solches System ist mit uns nicht zu machen!“, so Wagner weiter.

Dabei gehe es keinesfalls darum, den Einsatz und das Wissen von Eltern zu vernachlässigen. Im Gegenteil: sie in das bremische Schulsystem einzubringen, stelle eine großartige Bereicherung für die Zukunft aller Kinder dar. „Engagement von Eltern für ihre Kinder und für deren Schule ist notwendige Voraussetzung für eine lebhafte Lernumgebung. Wer aber diesen Gestaltungswillen ausnutzt, um Schulen mit dem Verweis auf staatliche Zwangsherrschaft in private Trägerschaft überführen zu wollen, agiert unsolidarisch“, konstatierte Falk Wagner abschließend. Die Bürgerschaft habe im neuen Schulgesetz bewusst sogenannte Reformschulen eingefügt, um das Engagement von Eltern besser aufzunehmen. Diese Schulen können den Unterricht nach eigenen Vorstellungen von Eltern, Lehrern und Schülern gestalten – innerhalb des öffentlichen Schulsystems und unter Wahrung der

Chancengleichheit aller Kinder.

In diesem Zusammenhang unterstützen die Bremer Jusos ausdrücklich das Vorhaben der Senatorin für Bildung und Wissenschaft, sämtliche Rechtsmittel auszuschöpfen, um die Zulassung weiterer privater Grundschulen in Bremen zu verhindern. Die Äußerungen der FDP in diesem Zusammenhang unterstreichen erneut die bildungs- und sozialpolitische Inkompetenz der Freidemokraten. „Wer im Zusammenhang mit der Bildung unserer Kinder ein System des Wettbewerbs fordert, hat nichts verstanden! Er will Schulen erster und

zweiter Klasse – und damit Kinder erster und zweiter Klasse“, ergänzt die stellvertretendeVorsitzende der Jusos, Lena Friese. Aus gutem Grund halte schließlich das Grundgesetz die gemeinsame Grundschulzeit hoch und verpflichte den Staat ausdrücklich, das Schulsystem selbst zu tragen. „Der Staat darf sich weder aus seiner Verantwortung für eine qualitativ hochwertige noch für eine chancengleiche Bildung seiner Bürger herausstehlen. Wir werden nicht zulassen, dass die FDP ihre Klientelpolitik für die Oberschicht auch noch auf Schulpflichtige ausweitet“, so die Lehramtsstudentin weiter.


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