Bahn auf dem Weg zur Börse eingefroren!

Was uns vereiste Oberleitungen über Privatisierungspolitik sagen – ein treffsicherer Beitrag des Juso-Bundesvorstandes:

„Die Zeiten, in denen die Bahn noch mit „Alle reden vom Wetter, nur wir nicht“ werben konnte, sind lange vorbei: Denn winter- und sommerfest ist sie schon lange nicht mehr! Die massiven Probleme bei der Bahn resultieren vor allem aus den Versuchen die Bahn an die Börse zu bringen und sind daher das Ergebnis einer fehlerhaften Politik. Wenn die Bahn ihren Kunden bei einem normalen Winter mit Temperaturen im einstelligen Minusbereich empfehlen muss, sie besser nicht zu nutzen, wird das ganze Desaster des Privatisierungswahns deutlich:

Über Jahre hat die Bahn größere Beschaffungen und Investitionen zurückgestellt, um die Bilanz für den 2008 geplanten Börsengang profitabel erscheinen zu lassen. Das rächt sich jetzt: 30 Jahre alte IC-Wagen mit hohem Wartungsaufwand, heruntergekommene ICE2-Züge und zu wenig IC- und ICE-Züge. Wenn ein Zug eine Panne hat, steht kein Ersatzzug zur Verfügung. Festgefrorene Weichen oder Bäume auf den Gleisen sind Folgen der massiven Einsparungen bei Wartung und Instandhaltung. Wichtige Strecken sind überlastet, weil Parallelstrecken eingestellt wurden.

Deshalb ist eine Trendwende bei der Bahn nötig: Der Bund muss klare Prioritäten für eine Bahn in öffentlicher Verantwortung setzen, die flächendeckend einen sicheren und zuverlässigen Schienenverkehr gewährleistet und nicht bei den ersten Schneeflocken zum Stillstand verdammt ist. Es ist öffentliche Aufgabe, den Verkehr von A nach B sicherzustellen. Und die derzeitige Wetterlage ist keine Naturkatastrophe. Wir Jusos fordern einen endgültigen Verzicht auf Privatisierungspläne und deutlich mehr öffentliche Mittel für den Schienenverkehr.“

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