Wir sind untröstlich, aber wir lassen die Angst uns nicht brechen

Mahnwache zum Gedenken an die Opfer der Anschläge von Norwegen

„Wir sind untröstlich, aber wir lassen die Angst uns nicht brechen. In Gedenken an die 77 Opfer von Utøya und Oslo“ steht in großen Buchstaben auf einem Transparent, das auf dem Lieb-Frauen-Kirchhof liegt. Am 22. Juli 2011 wurden acht Menschen durch eine Autobombe in Oslo getötet und wenig später erschoss der gleiche Attentäter als Polizist verkleidet 69 Teilnehmer des traditionellen Ferienlagers unserer norwegischen Schwesterorganisation, der sozialdemokratischen Jugendorganisation AUF, auf der Insel Utøya.

Auch ein Jahr später gedachten wir der Opfer von Oslo und Utøya – gemeinsam mit den Jusos Delmenhorst, Diepholz und Wesermarsch organisierten wir die Mahnwache auf dem Lieb-Frauen-Kirchhof, an der sich über 50 Personen beteiligten. Im Gedenken wurden die Namen der Opfer verlesen und rote Rosen niedergelegt.

„Es war schon sehr emotional, gerade das Verlesen der Namen“, so Martin Wolle von den Jusos Diepholz. Auf der anderen Seite wird aber auch nach vorne gesehen. Dies betonte auch Hans-Christian Specht, Honorarkonsul für Norwegen in Bremen, in seiner Ansprache: Der enge Zusammenhalt der Norweger sei nach den Anschlägen noch bedeutender geworden, sie achten verstärkt aufeinander. Für sie ist es wichtig, dass der Attentäter eine „ganz normale Gerichtsverhandlung bekommen hat und keinen Sonderprozess. Ob er schuldfähig ist, oder nicht, ist für die meisten Norweger nicht wesentlich“, so Specht. „Er ist ein Gewalttäter.“

Dass es sich bei den Anschlägen von Norwegen nicht um Einzelphänomene handelt, betonte Andreas Bovenschulte, SPD-Landesvorsitzender, in seinem Beitrag. „Wir müssen nur in das eigene Land schauen“, sagte Bovenschulte vor dem Hintergrund der Morde durch die NSU. „Seit 1990 sind in Deutschland mehr als 150 Menschen Opfer von Rechtsterror geworden.“ Sein anschließender Aufruf, rechten Ideologien und Bewegungen entschieden entgegenzutreten, und die Forderung eines Verbots von rechtsradikalen Parteien finden volle Unterstützung bei uns Jusos.

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