Abweisung vergewaltigter Frauen: Krankenhäuser im Land Bremen unter die Lupe nehmen

Nachdem eine vergewaltigte Frau in Köln von zwei katholischen Krankenhäusern abgewiesen wurde, weil diese es ihren Angestellten verbieten, über die Pille danach zu informieren, fordern die Bremer Jusos aufzuklären, ob es auch im Land Bremen solche Fälle gegeben hat. „Einem Vergewaltigungsopfer Hilfe aus Angst um den eigenen Arbeitsplatz versagen zu müssen, ist nicht entschuldbar!““
Der Senat müsse umgehend aufklären, ob kirchliche Träger in Bremen und Bremerhaven für solche oder ähnliche Fälle verantwortlich sind, in denen Menschen aus religiösen Gründen nur unzureichend behandelt werden. Die JungsozialistInnen wollen auch wissen, welche Maßnahmen der Senat trifft, um solche Vorfälle an den drei konfessionellen Kliniken des Landes zu verhindern. Die Jusos machen sich jetzt für eine dahingehende Anfrage der SPD in der Bürgerschaft stark. Hannes Grosch von den Bremer Jusos erklärt dazu: „Medizinische Versorgung ist ein öffentliches Gut, das allen Menschen in jeder Lebenslage zur Verfügung stehen muss. Der Staat ist in der Verantwortung, das sicherzustellen – Religion hin oder her.“ Aus Sicht der Jusos bedeutet dies auch, dass Familienzimmer und Geburtsvorbereitungskurse in kirchlichen Kliniken nicht nur gemischtgeschlechtlichen Paaren zur Verfügung gestellt werden dürfen.
Doch nicht nur im Gesundheitswesen scheinen Frauen und Minderheiten es bis heute schwer zu haben: „In der aktuellen Debatte um Sexismus in Deutschland fühlt man sich in die 1950er Jahre zurückversetzt. Wenn so getan wird, als hätten Frauen sexuelle Bedrängungen schweigend hinzunehmen oder gar zu schätzen, muss einem übel werden. Der #Aufschrei muss nun über die sozialen Netzwerke hinausgehen“, sagte Hannes Grosch mit Blick auf die bedrückenden Erfahrungen mit Sexismus, die derzeit auf Twitter unter dem Hashtag #Aufschrei gesammelt werden.

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Nachtrag: Die SPD-Fraktion hat inzwischen eine Anfrage in die Bürgerschaft eingebracht.

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