Ärger über Spitzenposition der Bremer Verwaltung beim Ausbildungsplatzabbau.

Zum aktuellen Lagebericht der Arbeitnehmerkammer und der desolaten Situation am Bremer Ausbildungsmarkt erklären der Juso-Landesvorsitzende Falk Wagner und Natascha Fischer, Mitglied des Bundesjugendvorstandes der IG BAU und des Juso-Landesvorstandes:

„Massenhaft junge Menschen in Bremen und Bremerhaven bleiben ohne Ausbildungsplatz. Für sie ist die Aufregung über einen angeblichen Fachkräftemangel der blanke Hohn. Nur ein Viertel der Bremer Betriebe bildet überhaupt aus. Spitzenreiter im Abbau von Ausbildungsplätzen ist Bremens öffentlicher Dienst (-8,2%). Das finden wir Jusos besonders ärgerlich: Es ist ein völlig falsches Signal! Die im Regierungsprogramm der SPD vorgesehene Umlage für Betriebe und Verwaltungen, die zu wenig ausbilden, ist bitter nötig. „Wer nicht ausbildet, wird umgelegt!“ – unter diesem Motto werden wir Jusos am 1. Mai demonstrieren und rufen junge Menschen in Bremen und Bremerhaven dazu auf, sich an den Maikundgebungen zu beteiligen.

Wie desolat die Situation am Bremer Ausbildungsmarkt ist, zeigen die Zahlen der Arbeitnehmerkammer deutlich: 2012 hatte nur ein Drittel der gemeldeten Bremer Ausbildungssuchenden am Ende tatsächlich einen Ausbildungsplatz. Die Hälfte aller gemeldeten BewerberInnen hatte es in den Jahren zuvor bereits erfolglos versucht. In Bremerhaven landet mehr als jeder zweite Jugendliche nach der Schule in Übergangsmaßnahmen. Oft genug sind das in Deutschland nur Warteschleifen, mit denen junge Menschen aus der Statistik genommen werden: Deutschlands niedrige Jugendarbeitslosigkeit ist daher eine Legende aus dem Reich der Zahlentrickserei. Die Politik macht sich und uns auf Kosten der betroffenen Jugendlichen etwas vor. Ihnen droht eine Maßnahmenkarriere und damit bereits vor dem Eintritt ins Erwerbsleben Prekarität. Der Bremer Wahlspruch lautet: Buten un binnen, wagen und winnen. Also wagen wir doch mal wieder was! Und zwar eine qualitativ hochwertige Ausbildung. Für Alle!«

Pressemitteilung als PDF
Zum Lagebericht der Arbeitnehmerkammer 2013