Von Natascha Fischer

Dieses Zitat, welches von Helmut Schmidt stammt, scheint sich einmal mehr für die SPD zu bewahrheiten. So schön und gut der Gedanke an den Mindestlohn von 8,50 Euro ist und wie arbeitnehmerfreundlich es klang – er ist nicht das, was er vor der Wahl versprochen hatte!
Ausnahmeregelungen prägen das Bild, welche vielleicht gut gemeint sind, doch jeder weiß:
Gut gemeint ist nicht unbedingt gut gemacht!
Was soll ich denn bitte als SOZIALdemokrat davon halten, dass unseren unter 18jährigen Jugendlichen unterstellt wird, dass sie lieber für 8,50 Euro arbeiten, als eine qualitativ hochwertige Ausbildung mit Zukunft zu absolvieren? Was soll ich davon halten, dass für Langzeitarbeitslose eine Ausnahmeregelung geschaffen wurde und dies als großer Wurf gilt?
Ich halte eines davon: Abstand!

Zum Punkt, dass Jugendliche ansonsten keine Ausbildung beginnen würden und es zum Schutz dieser diese Ausnahmereglung gibt, ist folgendes zu sagen:
Es gibt keinerlei statistische Beweise dafür! Zwar befanden sich 2011 nur 48,4% der jungen Menschen zwischen 16 und 25 in einer Berufsausbildung (vgl. Bildung in Deutschland 2012: 39). Dass junge Menschen in Deutschland ohne Ausbildung bleiben hat jedoch andere Gründe:
Schließlich liegt die Zahl der Ausbildungsplatzinteressierten seit Jahren über der Zahl der Ausbildungsplätze. Zuletzt standen im Jahr 2012 ca. 627300 Bewerber_innen 584547 freien Ausbildungsplätzen gegenüber (vgl. BIBB-Datenreport 2013: 18).
Für mich persönlich bedeutet dies schlichtweg Abzocke von Jugendlichen, die diese Arbeit nur annehmen, um über die Runden zu kommen. Ganz zu schweigen von den vielen Azubis, die sich neben der Ausbildung etwas dazuverdienen müssen, um bspw. die Fahrkosten zur Berufsschule und Ausbildungsmaterial bezahlen zu können!

Der zweite Punkt macht mich nicht weniger wütend!
Weshalb sollen Langzeitarbeitslose schneller und besser in Arbeit kommen, wenn sie erstmal KEINEN Mindestlohn von 8,50 Euro erhalten?
Seien wir einmal ehrlich: Arbeitgeber versuchen immer alles, um möglichst viel vom Staat zu bekommen uns selber möglichst wenig Kapital aufwenden zu müssen.
Denn wer garantiert denn den Langzeitarbeitslosen, dass sie nach einem Jahr, in denen sie keinen Mindestlohn bekommen müssen, nicht wieder rausgeschmissen werden, damit der nächste Langzeitarbeitslose für weniger Geld als den Mindestlohn arbeitet?
Na?
Eben!
In diesem Sinne: „Die schlimmste Form der Ungerechtigkeit ist die vorgespielte Gerechtigkeit!“ (Platon)