Jusos Bremen rufen zu “Hannover gegen HogeSa” am 15.10.2014 auf!

Die Ereignisse am 26.10.2014 im Rahmen der Demonstration des Bündnisses „Hooligans gegen Salafisten“ (HogeSa) in Köln zeigen auf dramatische Art und Weise, welche gefährliche Bindekraft ein weit verbreiteter Islamhass zwischen Rechtsradikalen und vermeintlich unpolitischen Teilen der Bevölkerung hat.

Hierbei dürfen der Islamische Staat und der Salafismus, wie er auch in Deutschland praktiziert wird, nicht verharmlost werden. Beide Formen des radikalen Islam sind zutiefst reaktionär und diskriminierend. Genau wie jeglicher sonstiger religiöser Fundamentalismus muss er abgelehnt werden,

Gleichzeitig gibt es aber eine alarmierende Tendenz von rechtsradikaler Seite, das Thema Salafismus zu instrumentalisieren, um vor einer angeblichen „Islamisierung“ des deutschen “Vaterlands” zu warnen. Von zwei Handvoll Idioten, die sich in Wuppertal mit Warnweste als „Scharia-Polizei“ ausgeben, wird sofort auf die gesamte muslimische Bevölkerung geschlossen, die Deutschland vermeintlich unterwandern will – Kopftuchzwang inklusive. Die Angst vor einer Unterwanderung durch eine religiöse Gruppe ist in Deutschland dabei auch nicht ganz neu.

In einem Land, in dem ein rassistisches Terrortrio mordend durch die Gegend ziehen konnte, mit freundlicher Unterstützung von (im besten Fall) unfähigen Sicherheitsbehörden sollte aber klar sein, von welcher Seite die größte Gefahr ausgeht. Und genau hier scheinen Medien und eben genannte Sicherheitsbehörden ERNEUT das rechte Auge zuzutun.

Mal ganz davon abgesehen, dass es unverantwortlich ist, bei einer Demonstration von Hooligans, deren Markenzeichen es ist, sich zu prügeln, davon auszugehen, dass alles friedlich abläuft: Dies war KEINE unpolitische Demo! Die Veranstalter sind eindeutig dem rechtsradikalen Milieu zuzuordnen. Das gilt für den ursprünglichen Anmelder von ProNRW, als auch für die tatsächlichen OrganisatorInnen. Diese Leute nutzen rassistische Islamkritik, um (oft alles andere als unpolitische) Hooligans aus den Fankurven zu holen und sie für ihre generelle völkische Ideologie zu gewinnen. Eine Großstadt zu zerlegen ist in diesen Kreisen dafür auch eine sehr geeignete Maßnahme, um Mitglieder zu gewinnen.Schließlich machen das diese Kameraden auch in ihrer Freizeit.

Leider sind diese Feststellungen auch in Bremen sehr relevant. Denn auch hier gibt es Nazi-Hools, z.B. die Gruppe „Standarte Bremen“ und andere, die schon mehrfach mit Gewalt gegen linke Ultra-Gruppen aufgefallen sind. Auf der Demo in Köln der Sänger der Bremer Nazihool-Band „Kategorie C“, Hannes Ostendorf, den Anheizer gespielt und ein extra zu diesem Anlass geschriebenes Lied vorgetragen. Zu allem Überfluss sind es oftmals auch Menschen aus dem Nazihool-Spektrum, die in Bremen mit fanatischem Rassismus gegen Flüchtlinge hetzen und versuchen, die Bevölkerung gegen jede geplante Unterkunft von AsylbewerberInnen aufzubringen.

Umso wichtiger ist es, auch in Bremen und dem Rest Norddeutschlands diesen rechtsradikalen Tendenzen entschieden entgegenzutreten. Der Salafismus darf keine Ausrede dafür sein, Neonazis in SA-Manier durch Deutschlands Innenstädte laufen zu lassen. Deshalb rufen die Jusos Bremen dazu auf, die Gegenaktivitäten zur geplanten HogeSa-Demonstration in Hannover am 15.10.2014 zu unterstützen. Egal, ob das Verbot der Demonstration aufrecht erhalten bleibt oder nicht: Wir wollen ein Zeichen setzen, dass für Faschismus und Rassismus kein Platz ist. Weder in Bremen, noch in Hannover, noch sonst irgendwo!

 

UPDATE:

Die Gegendemonstration findet unter dem Namen „Gemeinsam gegen Rassismus und religiösen Fundamentalismus“ am 15. November um 10 Uhr am Steintor in Hannover statt. Das Verbot der HogeSa-Demonstration wurde aufgehoben! Selbst wenn es von einer höheren Instanz wieder hergestellt wird,  werden wahrscheinlich trotzdem Neonazis ohne Ende am Start sein. Treffpunkt für eine gemeinsame Anfahrt aus Bremen ist nun SICHER um 8 Uhr am Infopoint des Hauptbahnhof Bremen!

Wenn ihr das Angebot der gemeinsamen Anfahrt nicht annehmt, vermeidet bitte unter allen Umständen eine Anfahrt als Einzelpersonen oder Kleingruppen mit der Bahn!

Weitere und vor allem ständig aktuelle Informationen findet ihr auf der Website und der Facebook-Seite des Bündnisses „Hannover gegen HogeSa“.

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