Bericht von der Antirassistischen Kundgebung in Bremen-Nord

Seitdem bekannt wurde, dass im Stadtteil Farge (Bremen-Nord) eine Unterkunft für straffällig gewordene unbegleitete minderjährige Flüchtlinge eingerichtet werden sollte, tobte vor Ort der Volksmob. Angetrieben von Neonazis und RechtspopulistInnen gründete sich zunächst eine Facebook-Gruppe, die innerhalb kürzester Zeit (auch mit tatkräftiger Unterstützung von Rechtsradikalen bundesweit) über 2000 Mitglieder hatte und auf der munter drauf losgehetzt wurde. Nachdem die ersten Jugendlichen eingezogen waren, erdreisteten sich die „besorgten Bürger“, diese auf Schritt und Tritt in ihrem neuen Heim zu überwachen und die Ergebnisse auf der Facebook-Page zu veröffentlichen. Ein nicht nur rechtlich fragwürdiges Unterfangen.

Vorläufiger Höhepunkt war eine Kundgebung auf dem von Farge nicht allzuweit entfernten Marktplatz von Bremen-Blumenthal, bei der ein rassistisches Ressentiment nach dem anderen bedient wurde. Die 60 bis 70 Gekommenen (darunter diverse bekannte und offene Neonazis) durften sich sogar über vermeintliche „Skandale“ empören: z.B. dass die Jugendlichen versucht hatten, in einer Kneipe Bier zu bestellen – wo kommen wir denn da hin? Etwa 15 AntirassistInnen, darunter eine Handvoll Jusos, schauten sich das Schmierentheater an und setzten einen Gegenpol zum Mob.

An gleichen Ort fand nun am vergangenen Freitag (14.11.2014) eine antirassistische Kundgebung statt, an der verschiedene Gruppierungen teilnahmen, u.a. natürlich auch wir von den Jusos Bremen, die Solidarität mit den unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen forderten und sich gegen rassistische Hetze gegen diese stellten. An dieser Kundgebung nahmen mit 250 bis 300 TeilnehmerInnen deutlich mehr Menschen teil als an der Volksmob-Kundgebung. So konnte erneut ein deutliches Zeichen gegen Rassismus in Bremen gesetzt werden!

Wir, die Jusos Bremen, werden uns auch weiterhin rassistischer Propaganda in jeglicher Form entgegenstellen und bei unseren Mitmenschen konsequent Solidarität mit Geflüchteten, die oft sehr schwere Schicksale erlitten haben, einfordern. Denn klar ist: Ein Einknicken vor Neonazis und anderen RassistInnen darf es nicht geben!

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