Gemeinsame Pressemitteilung der Jusos Bremen und GRÜNEN JUGEND Bremen zur Schulbildung junger Geflüchteter im Land Bremen‏

Anlässlich des Beginns des neuen Schuljahres am Donnerstag in Bremen wünschen die Jusos Bremen und die GRÜNE JUGEND Bremen allen Bremer Schülerinnen und Schülern ein erfolgreiches Schuljahr. Für uns ist Bildung in erster Linie die Grundlage eines selbstbestimmten, guten Lebens. Ein solches muss allen Menschen in unserer Gesellschaft ermöglicht werden, unabhängig davon, woher sie kommen oder wie lange sie schon hier leben. Deswegen muss es ein gesellschaftliches Ziel sein, den Kindern und Jugendlichen, die hierher geflüchtet sind – egal ob mit ihrer Familie oder alleine – so schnell wie möglich und ohne Hürden den Zugang zu schulischer Bildung zu ermöglichen. Deswegen haben wir drei Forderungen:

1. (Schul-)Bildung heißt Zukunft!

Kinder und Jugendlichen die Schulbildung zu verweigern bedeutet ihnen Zukunft zu verweigern. Die Schulbildung ist, zumindest in unserer Gesellschaft, elementare Voraussetzung für das Erlernen eines Berufs und dessen spätere Ausübung. Ohne sie können lediglich sehr gering qualifizierte Tätigkeiten ausgeführt werden. Wenn geflüchteten jungen Menschen nun Bildung verweigert wird, können diese ihre Potenziale nicht nutzen. Dies ist fatal angesichts der Tatsache, dass viele dieser jungen Menschen dauerhaft in unserer Gesellschaft bleiben werden und sich im Zweifel aufgrund verfehlter Bildungspolitik keine eigene Existenz aufbauen können, im schlimmsten Falle sogar dauerhaft von Sozialleistungen abhängig sein könnten.

2. Schulbesuch für ALLE Kinder und Jugendlichen ermöglichen!

In Bremen ist es grundsätzlich möglich ohne Meldung eines festen Wohnorts beim Stadtamt die Schule zu besuchen. Trotzdem bleibt der Schulbesuch vielen jungen Menschen in Notunterkünften verwehrt, da viele von ihnen noch nicht registriert sind. Wir stellen fest, dass diese Kinder und Jugendlichen an jedem Tag, an dem sie nicht die Schule besuchen, einen wertvollen Tag verlieren, an dem sie nicht die Sprache lernen können und sich nicht mit anderen jungen Menschen umgeben können. Dadurch werden für die Integration Hürden auf- statt abgebaut. Jusos Bremen und GRÜNE JUGEND Bremen fordern deshalb den Senat auf, allen geflüchteten Kindern und Jugendlichen in Bremen, egal in welcher rechtlichen und Wohnsituation, den Schulbesuch zu ermöglichen.

3. Schulbesuch Ü18 ermöglichen!

Knapp die Hälfte der in die Bundesrepublik Deutschland Geflüchteten sind unter 25 Jahre alt. Die Bildungsbiografien von vielen von ihnen wurden durch die Flucht unterbrochen, teils jahrelang. Allerdings erreichen auch viele dieser jungen Menschen kurz nach ihrer Ankunft die Volljährigkeit, teilweise sind sie auch schon bei Ankunft volljährig. Damit fallen sie aus der Schulpflicht und verlieren damit den Rechtsanspruch auf Bildung. Sie können somit ihre Bildungsbiografie nicht fortsetzen und ihre Potenziale nicht ausschöpfen.

Die GRÜNE JUGEND Bremen und Jusos Bremen fordern den Senat deshalb auf, sich im Bundesrat dafür einzusetzen, einen verbindlichen Rechtsanspruch für einen Schulbesuch in der Bundesrepublik Deutschland bis zum 21. Lebensjahr zu schaffen.

Nur so kann es vielen dieser jungen Menschen ermöglicht werden, einen Bildungsabschluss zu erreichen und damit den Grundstein für ein selbstbestimmtes Leben in unserer Gesellschaft zu legen.

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