Anlässlich des 15. Jahrestages der Ermordung von Laye-Alama Condé durch die Bremer Polizei fordern die Jusos Bremen die Umsetzung des im Koalitionsvertrag vorgesehenen Gedenkortes.

Juso-Landesvorsitzende Sebastian Schmugler dazu:

“Im Rahmen der Koalitionsverhandlungen haben sich die drei Parteien auf die Einrichtung eines Gedenkortes geeinigt. Passiert ist seitdem leider sehr wenig.

Inzwischen warten die Angehörigen seit 15 Jahre auf eine gebührende Erinnerung an den Verstorbenen. Diese Hängepartie muss die Bremer Politik jetzt beenden. Wir fordern den Senat deswegen auf, einen Runden Tisch mit Beteiligung der “Initiative in Gedenken an Laye-Alama Condé” einzurichten und endlich ein angemessenes Gedenken zu ermöglichen.

Gewalt und struktureller Rassismus sind in Teilen der Polizei leider immer noch fest verankert, zu oft gilt die Gleichung “Schwarz = Kriminell = Ohne Rechte”. Auch gegen eine solche Denke würde sich ein Erinnerungsort für Laye-Alama Condé richten.

Neben einem Gedenkort für Laye-Alama Condé müssen auch die anderen Opfer und ihre Angehörigen für das ihnen zugefügte Unrecht entschädigt werden. Das gehört zu einer echten Aufarbeitung dazu.”

Zum Hintergrund:

Weil er im Verdacht stand, illegal mit Kokain gehandelt zu haben, wurde der nicht vorbestrafte Laye-Alama Condé am 27. Dezember 2004 im Viertel festgenommen und auf das Polizeipräsidium in Bremen-Vahr gebracht. Um möglicherweise verschluckte Drogen zu finden, ordnete die Polizei einen Brechmittel-Einsatz an. Am 7. Januar 2005 starb Laye-Alama Condé schließlich an den Folgen des Brechmitteleinsatzes. Seit dem gibt es eine Debatte über eine mögliche Gedenkstätte, verschiedene Akteure schieben sich dabei jedoch die Verantwortung hin und her.

Im Koalitionsvertrag der Rot-Rot-Grünen-Regierung steht dazu:“Die Koalitionspartner sprechen sich anlässlich des Todes von Laye-Alama Condé am 7. Januar 2005 in Folge zwangsweise verabreichter Brechmittel im Polizeigewahrsam für die Errichtung eines Gedenkortes aus, um daran zu mahnen, dass niemand in polizeilicher Obhut nachhaltig zu Schaden oder ums Leben kommen darf.” (Koalitionsvertrag S.110)Im Anhang finden sie ein Pressebild zur Berichterstattung über das Thema. Rückfragen können Sie an presse@jusos-bremen.de.