Dieser Antrag wurde auf der Landesmitgliederversammlung der Jusos Land Bremen am 26. September 2026 beschlossen.
Wir fordern die SPD-Bürgerschaftsfraktion und den SPD-geführten Senat auf, sich für die Übernahme und Kommunalisierung der Marke Haake-Beck inklusive der Variante Kräusen
und Beck‘s und der für ihre Fortführung notwendigen Unternehmensbestandteile durch das Land Bremen einzusetzen.
Der Senat soll deshalb unverzüglich Gespräche mit Anheuser-Busch InBev (AB InBev) aufnehmen und prüfen, unter welchen rechtlichen und wirtschaftlichen Bedingungen eine Übernahme von Haake-Beck durch das Land Bremen oder eine landeseigene bzw. kommunale Gesellschaft möglich ist.
Dabei sollen insbesondere folgende Modelle geprüft werden:
- der vollständige Erwerb der Markenrechte an Haake-Beck und Beck´s durch das Land Bremen,
- die Übernahme der Haake-Beck AG und weiterer für die Marke relevanter Gesellschaften oder Vermögenswerte,
- die Gründung einer landeseigenen bzw. kommunalen Gesellschaft zur Fortführung der Marke,
- eine Beteiligung Bremens gemeinsam mit regionalen Unternehmen, Genossenschaften, Beschäftigten, Gewerkschaften und weiteren gesellschaftlichen Akteur*innen,
- Modelle einer Belegschaftsbeteiligung oder genossenschaftlichen Trägerschaft,
- sowie eine Kombination aus öffentlichem Eigentum und regionalen Partner*innen.
Dabei ist ausdrücklich zu prüfen, ob eine solche Gesellschaft nicht nur die Marke Haake-Beck, sondern auch Arbeitsplätze, Know-how, Produktionskapazitäten und Wertschöpfung in Bremen langfristig sichern kann.
Außerdem sind alle Jusos und SPDler:innen im Land Bremen aufgefordert, auf den Konsum der Anheuser-Buschbad zu verzichten und nur das Bremer Original Haake-Beck bzw. Kräusen zu trinken! Um dies auch alkoholfrei lebenden Menschen zu ermöglichen ist eine Erweiterung der Produktpalette um ein alkoholfreies Haake-Beck notwendig. Außerdem sollen sich die SPD-Bürgerschaftsfraktion und der SPD-geführte Senat dafür einsetzen, dass Haake-Beck als immaterielles UNESCO-Weltkulturerbe anerkannt wird. Zudem soll die traditionelle Produktionsweise des Kräusenglases wiederbelebt werden. Des Weiteren soll sich die SPD-Bürgerschaftsfraktion und der SPD-geführte Senat dafür einsetzen, dass auf dem Marktplatz ein originalgetreues Haake-Beck Monument im Maßstab 1:10 errichtet wird.
Begründung
Haake-Beck ist kein beliebiges Produkt: Haake-Beck ist hanseatische Tradition, Haake-Beck ist Identität. Haake-Beck gehört zu Bremen! Die Geschichte der Marke und ihrer Vorgänger reicht bis ins 19. Jahrhundert zurück. Die Bier blickt in diesem Jahr auf stolze 200 Jahre Bremer Brautradition zurück. Haake-Beck selbst beschreibt seine Geschichte als Entwicklung „von unseren Anfängen in Bremen“ und als Teil der Bremer und norddeutschen Identität.
Auch AB InBev betont die regionale Verwurzelung von Haake-Beck. Gleichzeitig ist die Marke Teil des Portfolios eines internationalen Konzerns. Damit stellt sich für uns eine einfache Frage: Wer entscheidet über die Zukunft von Dingen, die über Generationen Teil Bremens geworden sind?
Wir wollen nicht, dass Bremen dabei nur zuschaut. Eine soziale Wirtschaftspolitik muss sich auch fragen, wem die wirtschaftliche Macht gehört, wer über Investitionen entscheidet und wo Wertschöpfung stattfindet. Für AB InBev ist Haake-Beck eine Marke unter vielen. Für Bremen geht es um Arbeitsplätze, Know-how, Wertschöpfung und ein Stück unserer eigenen wirtschaftlichen Identität. Deshalb wollen wir prüfen, ob die öffentliche Hand Verantwortung übernehmen und die Zukunft von Haake-Beck selbst mitgestalten kann.
Dabei geht es uns nicht darum, einfach einen privaten Eigentümer durch einen staatlichen zu ersetzen. Wir wollen demokratische Kontrolle und Beteiligung. Beschäftigte, Gewerkschaften, regionale Unternehmen und weitere gesellschaftliche Akteur*innen sollen an der Zukunft eines solchen Unternehmens beteiligt werden können. Ob eine Übernahme wirtschaftlich sinnvoll und finanzierbar ist, muss seriös geprüft werden. Aber genau diese Prüfung wollen wir. Denn wenn ein internationaler Konzern entscheidet, dass eine Bremer Traditionsmarke nicht mehr in die eigene Strategie passt, darf Bremens Antwort nicht sein: Dann können wir eben nichts machen.
Unsere Antwort muss sein: Dann machen wir’s eben selbst!
Eine regional verankerte Haake-Beck-Gesellschaft könnte dabei mehr sein als die Bewahrung einer alten Marke. Sie könnte Arbeitsplätze und Wertschöpfung sichern, regionale Lieferketten stärken und Beschäftigten mehr Mitbestimmung ermöglichen. Haake-Beck ist 200 Jahre alt. Die entscheidende Frage ist aber nicht, wie wir die Vergangenheit bewahren.
Die entscheidende Frage ist, wer über die nächsten 200 Jahre entscheidet.
Wir Jusos wollen, dass diese Entscheidung nicht allein in einer internationalen Konzernzentrale getroffen wird. Haake-Beck ist in Bremen entstanden. Haake-Beck gehört zur Geschichte Bremens. Und deshalb muss Bremen die Möglichkeit haben, über die Zukunft von Haake-Beck selbst zu entscheiden.
