Phantasie- und Utopiephase

Nachdem wir nun einen Überblick über das Problem bekommen haben, wollen wir nun einen Schritt weitergehen. Wie gehen wir jetzt mit diesem Problem um und wo wollen wir eigentlich hin? Wie sieht unsere Zukunftsvision aus?

Konkrete politische Maßnahmen sind noch nicht direkt gefragt, viel mehr ist die Frage in Phase 2: Was für eine Welt wollen wir eigentlich?

Dabei wollen wir uns nicht von so lästigen Sachen, wie z.B. der Realität, einschränken lassen. Hier geht es jetzt erstmal darum, Vorschläge und Ideen zu unserem Problem zu sammeln. Stellt euch vor, ihr hättet alles Geld der Welt und alle technischen Möglichkeiten. Alles ist erlaubt – egal wie unrealistisch es scheint. “Das gibt es nicht” oder “Das geht nicht” sind in dieser Phase verboten!
In der nächsten und letzten Phase geht es dann um konkrete Maßnahmen, wie wir unser Ziel erreichen wollen.

Wie immer gilt: Alle Beiträge werden ernstgenommen, zögert nicht etwas vorzuschlagen. Wir sammeln die Ergebnisse, strukturieren sie und stellen sie dann hier für euch dar.

Viel Spaß


Das habt ihr uns geschrieben!

Es ist nun genug Zeit vergangen und ihr habt uns geschrieben wie eure Utopie aussieht – was eure Wünsche und Ziele sind. Wir haben zur besseren Übersicht eure Beiträge einmal zusammengefasst und geordnet. Was unser politisches Ziel ist lest ihr also im folgenden. Vielen Dank für eure Beteiligung!

Wohnen als Grundrecht
  • Angemessener Wohnraum muss ein Grundrecht werden und darf nicht den Profitinteressen einzelner Menschen oder Firmen unterliegen!
  • Jeder der eine Wohnung möchte hat auch eine Wohnung – unfreiwillige Obdachlosigkeit gibt es nicht.
  • Schluss mit Rassismus und Diskriminierung auf dem Wohnungsmarkt! Alle müssen die gleichen Chancen auf eine gute Wohnung haben.
Gute Wohnungen für alle Bedürfnisse
  • Sozialer Wohnungsbau muss auch schön aussehen, riesige eintönige Wohnblöcke sollen der Vergangenheit angehören. Gefordert sind kreative Ideen!
  • Menschen geraten in Laufe ihres Lebens in unterschiedliche Lebenssituationen, das muss beachtet werden. Es muss Wohnungen für jede Lebenslage (Single, Familie oder WG) geben. Deswegen sollte es auch einfach sein, die Wohnung zu wechseln.
  • Wohnungen müssen grundsätzlich barrierefrei sein, um Menschen mit körperlichen Einschränkungen nicht auszuschließen. Auch ältere Menschen sollten nicht umziehen müssen, weil sie keine Treppen mehr schaffen.
Der Wohnungsmarkt ist eine Staatsaufgabe – Systemwechsel in der Wohnungspolitik
  • Es soll überhaupt kein Privateigentum an Grund und Boden mehr geben.
  • Anstatt privater Akteur*innen soll der Staat aktiv durch Wohnungsbau Quartiere gestalten.
  • Wohnungen von Privatmenschen soll es gar nicht mehr geben oder sie sollten im Verhältnis nur einen kleinen Anteil aller Wohnungen ausmachen.
Wohnen muss man sich jeder leisten können!
  • Hier waren sich alle einig: Wohnraum muss bezahlbar sein!
  • Jedem sollen bei der Wohnungssuche alle Stadtteile offen stehen. Es soll keine Stadtteile mehr geben, die sich nur Gutverdiener*innen leisten können.
  • Umkosten (z. B. Renovierungen) dürfen nicht auf die Mieter*innen abwälzt werden.
  • Gute Löhne sind trotzdem eine notwendige Bedingungen für bezahlbares Wohnen. Auch das muss sichergestellt werden.
  • Hohe Kautionen sollen niemand mehr die Traumwohnung vermiesen.
Auch Mieter*innen sollen über ihre Wohnung mitbestimmen dürfen!
  • Wir wollen ein Gleichgewicht zwischen Vermieter*innen und Mieter*innen herstellen.
  • Über Mieter*innenräte haben Bewohner*innen Gestaltungsrechte bekommen und können über ihre Wohnungen mitbestimmen. Entscheidungen im Quartier werden gemeinschaftlich getroffen.
Lebenswerte Stadtteile und Quartiere!
  • Alles nötige muss es in der Nähe geben. Schulen, Kindergärten, Supermarkt, Einzelhandel und Kultur – all das sollte man wohnortnah finden.
  • Das Quartier ist nicht nur zum Wohnen sondern auch zum Leben da. Bietet genügend Treffpunkte und ermöglicht gemeinsame Veranstaltungen. Gerade für Kinder muss es genug Angebote geben – ein Spielplatz in der Nähe ist das Mindeste.
  • Wasser, Strom, Heizung organisieren wir gemeinschaftlich und mit den Bewohner*innen zusammen.
  • Es soll keine Stadtteile geben, die man nicht einfach mit dem ÖPNV erreichen könnte. Ein Auto sollte man in Bremen nicht mehr brauchen – ein Fahrrad reicht.
Stadtentwicklung bedeutet auch Umweltschutz
  • Wohnungsbau und Umwelt-/Klimaschutz darf sich nicht widersprechen. Bei der Weiterentwicklung von Quartieren müssen auch immer Nachhaltigkeitsaspekte berücksichtig werden.
  • Wohnungen sollen gut gedämmt und saniert werden. Sie sollten so wenig Energiezufuhr wie möglich benötigen.
  • Neubauten sind energieeffizient und ökologisch nachhaltig.
  • Beim Wohnungsbau sollten auch immer genug Grünflächen eingeplant werden – zur Erholung der Bewohner*innen und um genügend Sickerflächen vorzuhalten.

Wie geht es jetzt weiter?

All dies sind schöne Vorstellungen, die wir anstreben und für die kämpfen wollen. Aber wie verhindern wir, dass unsere Luftschlösser unerreichbar bleiben? Denn alle schönen Gedanken bringen am Ende nichts, wenn wir nicht wissen, wie wir sie umsetzen können.

Genau darum soll es in der nächsten und letzten Phase gehen. Wir kehren in die anstrengende Welt der Realität zurück und wollen mit euch erarbeiten, wie die Schritte zu unserer Utopie aussehen müssen. Welche politischen Maßnahmen brauchen wir auf dem Weg zu unserer Utopie?

Eure Beiträge dazu sammeln wir hier

7 Kommentare zu "Phantasie- und Utopiephase"

  1. Was ich mir an allererster Stelle wünsche ist, dass Menschen überhaupt mehr Geld in Ihren Taschen haben. Wenn man bedenkt, dass die Reallöhne seit den 90er Jahren rückläufig sind und dass vor allem für Menschen mit niedrigem Einkommen, die dann Probleme bekommen ihren Lebensunterhalt zu bezahlen, worunter auch das Wohnen fällt.

    Ich schlage deswegen ein Mindestlohn von mindestens 14 Euro vor sowie Anreize bzw. Richtlinien für Unternehmen gesetzt werden, damit diese wieder in Tarifbindung zu treten. Das sollten Gewerkschaften und Betriebsräte dazu nutzen mehr Druck auf Arbeitgeber auszuüben, um den Arbeitsplatz zu demokratisieren.

    Bezogen auf den Wohnungsmarkt bin ich gespannt, ob Maßnahmen wie der Mietpreisdeckel in Berlin funktionieren. Eine gerichtliche Entscheidung zur Rechtmäßigkeit steht ja noch aus. Bei einer positiven Entscheidung würde ich mir deren Implementierung in mehreren deutschen Großstädten wünschen.

    Ich kann mir auch Enteignungen als letztes Mittel der Wahl vorstellen. Das bezieht sich im ersten Gedankengang vorerst nur auf Immobilien die Kommunen vorschnell sehr günstig an Investoren verkauft haben, die jetzt mit bekannten Maschen sehr viel Geld damit verdienen.

    Und für mich selber wünsche ich mir, der selber auch gerade auf Wohnungssuche ist, dass ich eine Wohnung finde, in einem Stadtteil meiner Wahl, welche nicht über die Hälfte meines Teilzeit Gehaltes verschlingt.

  2. Da wir uns ja in einer Utopiephase befinden, mache ich mal eine Utopie auf, die aber möglichst schnell Wirklichkeit werden soll:
    Die Bremer Landesverfassung sichert allen Menschen eine Wohnung zu. Auf dieser Einstellung, Wohnen als Grundrecht, sollte unsere gesamte Wohnungspolitik aufgebaut sein.
    Dazu passte nicht, dass einige mit diesem Grundrecht Geld verdienen. Die 1. Phase hat bewiesen, dass der Markt an vielen Stellen versagt. V. a. was Mieten, Anzahl der Wohnungen, Rechte der Mieter*innen und die Vergabe der Wohnungen angeht! Aktuell bereichern sich noch einige wenige an der Not der Vielen. Deshalb braucht es einen echten Systemwechsel in der Wohnungspolitik.
    Der Wohnungsmarkt zum größten Teil in die staatliche Hand. Nur so werden ausreichend günstige Wohnungen gebaut und angeboten. Die Vergabe an Wohnungen kann fairer und die Rechte der Mieter*innen durch eine demokratische Mitbestimmung besser gewährleistet sein

  3. Frei von den Zwängen der aktuellen Wirtschafts- und Gesellschaftsform lässt sich sehr frei denken. Mir fallen dazu drei große Themen ein, in denen der Bereich Wohnen neu gedacht werden muss.

    Kein Eigentum an Grund und Boden
    Wenn eine Gesellschaft neu gedacht werden kann, ist für mich die grundlegende Eigentumsfrage zentral. Kann Menschen überhaupt Eigentum an Grund und Boden zu gedacht werden? Ich glaube: “Besser nicht.” Wo Eigentumsrechte einmal zu gebilligt werden, da wird es sich nach und nach auch wieder zusammen sammeln (Kumulierung von Vermögen). Statt dessen verbleibt das Eigentum an Grund und Boden bei der gesamten Gesellschaft oder dem Staat, von dort wird es zu Nutzung an die Menschen gerecht verteilt.

    Mitbestimmung über das eigene Lebensumfeld
    Alle Menschen müssen das Recht haben ihr direktes Lebensumfeld aktiv und barrierefrei mitzugestalten. Was in einem Haus passiert wird im Haus beraten und beschlossen. Wie soll die Entwicklung im Stadtteil ablaufen, wo soll gebaut werden, was soll in Gemeinschaftsräumen passieren etc. Die gesamte Gesellschaft macht über ihre Vertretung dazu Rahmen vorgaben und die Umsetzung erfolgt Vorort unter Einbeziehung aller Betroffenen.

    Häuser sind nicht nur zum Wohnen da
    Wohnen verbinde ich eng mit dem Begriff der Care-Arbeit. Zuhause ist der Ort, an dem die meiste Arbeit zur Reproduktion geleistet wird – die meiste Arbeit davon tragen Frauen. Wenn wir es ernst meinen mit der Gleichstellung und einer echten Umverteilung von Sorgearbeit, dann muss diese vergesellschaftet werden. Das bedeutet, dass klassische Haushaltsaufgaben (kochen, waschen, putzen, Kinderbetreuung) keine privaten Angelegenheiten mehr sind. Die Gesellschaft muss anbieten diese Aufgaben zu übernehmen. Wer von der Arbeit kommt hat Recht auf Freizeit und Erholung und wer die Care-Arbeit leistet muss dafür bezahlt werden. Deshalb lohnt sich der Gedanke, in den Wohnvierteln Quartierszentren einzurichten, wo es vollwertige Verpflegung gibt, ich meine Wäsche reinigen lassen kann und private Putzkräfte gesellschaftlich getragen zu den Leuten nach Hause zu schicken.

  4. In einer perfekten Welt hat für mich jeder ein Dach über dem Kopf und kann dieses Dach entweder ohne viel Mühe bezahlen oder besitzt es selber. Dass das momentan zuviel verlangt ist, bringt die Misere auf dem Wohnungsmarkt wohl auf den Punkt!

    In meiner Vorstellung darf niemand mehr Wohnraum besitzen, in dem er oder sie auch wirklich wohnt. Außer dem Staat oder Genossenschaften sollte niemand mit Wohnraum Gewinn machen können, das schließt für mich auch kleine private Vermieter*innen mit ein. Am Ende geht es darum, dass Wohnraum ein Grundrecht ist, mit dem kein Profit gemacht wird. Wohnraum muss deswegen von der Gemeinschaft bereitgestellt werden, in Form des Staates oder von Genossenschaften, die keine Rendite erwirtschaften wollen. Mieten müssen niedrig gehalten werden, sodass mit ihnen die Qualität des Wohnraums aufrecht erhalten werden kann, aber nichts darüber hinaus.

    In einer perfekten Welt haben auch Mieter*innen Mitspracherecht über die Häuser in denen sie wohnen. In der Wirtschaft haben wir Betriebsräte, ähnliches brauchen wir auch auf dem Wohnungsmarkt! Ziel sollte es sein “Waffengleichheit” zwischen Vermieter*innen und Mieter*innen herzustellen, damit letztere in ihren vier Wänden weniger fremdbestimmt sind. Dies ist vor allem wichtig, wenn private Anbieter zurückgedrängt werden und der Staat zum größten Anbieter wird.

    Menschen sind vielseitig und haben unterschiedliche Ansprüche, genauso sollte auch unser Wohnraum gestaltet sein. Ob Familien, Singles, Mehr-Generationen WGs oder Menschen mit einem Handicap: Für alle muss die passende Wohnung da sein. Das bedeutet auch, das man einfach die Wohnung wechseln kann, denn Singles brauchen nicht so großen Wohnungen wie Familien und es kommt durchaus vor, dass man mit dem Alter oder plötzlich auf eine barrierefreie Wohnung angewiesen ist.

    Letztendlich gilt für die Wohnungssuche was für alle Bereiche gilt: Niemand darf benachteiligt werden, weil er*sie einen “nicht-deutschen” Namen hat, nicht “weiß” ist, ein Handicap hat oder nicht so gut deutsch spricht. Es muss sichergestellt werden, dass alle Menschen die gleichen Chancen auf eine angemessene Wohnung haben!

  5. Ich wünsche mir eine Welt, in der die Lebenshaltungskosten nicht den Großteil des Geldes auffressen, wie es in vielen Familien der Fall ist.
    In meiner Welt sind die Mietkosten fair. Die Bewohner*innen können mitentscheiden, was in ihrem Umfeld geschieht und dabei kreativ mitgestalten. ( Beispielsweise kreativ gestaltete Fassaden)
    Auch gibt es genug barrierefreie Wohnungen , oder eben die Möglichkeit seine in eben so eine zu verwandeln, ohne dass die Miete dadurch um einiges in die Höhe steigt.
    Viel zu hohe Kautionen gehören der Geschichte an.
    Die Mietgelder werden wirklich in die Wohnungen und für die Mieter*innen investiert, anstatt dass diese in den Taschen von irgendwelchen Eigentümern landen. Wohnungen werden davon immer wieder instand gesetzt und modernisiert. Dabei entstehen für die Mieter*inne keine Unkosten.
    In der Nähe von großen Wohnblöcken gibt es genug Grünflächen und Spielplätze für Kinder. Gemeinschaftsgärten stehen allen Miter*innen frei zur Verfügung.
    Gut funktionierendes Internet gehört zu einer Standartausstattung, so dass in Zeiten, wie wir es aktuell haben, niemand benachteiligt ist. Schul – und Kindergartenplätze sind in der Nähe der Wohnung garantiert.
    Die öffenlichen Verkehrsmittel sind so gut ausgebaut (auch in den äußeren Stadtteilen einer Satdt), dass man in den Städten kaum mehr Autos sieht und es gibt jede Menge Fahrradstraßen.
    Bei der Suche nach dem perfekten Wohnraum wird Niemand benachteiligt. Alle bekommen die gleiche Chance.

  6. Hier sind schon einige Utopien genannt, denen ich mich nur anschließen kann. Jede*r sollte Recht auf Wohnraum haben, denn ein Dach über dem Kopf bedeutet nicht nur Wetterschutz, sondern Privatsphäre, Unabhängigkeit und Wärme. Um so ein Recht umzusetzen, muss Privateigentum an Wohnraum auf den selbst-bewohnten Wohnraum beschränkt werden. Aber ich will hier natürlich nicht nur schreiben, was schon geschrieben wurde. Ich möchte auf einen weiteren Faktor aufmerksam machen:
    Wohnraum alleine reicht noch nicht zum leben. Da, wo Wohnraum entsteht, muss auch eine entsprechende Infrastruktur entstehen. Dazu gehört Mobilität, aber auch KiTas, Schulen und nicht zuletzt Einkaufsmöglichkeiten. Wohnt man nah an der Innenstadt, ist das meistens kein Problem, aber je weiter man sich von der Innenstadt entfernt, desto schwieriger kann das sein.
    Deswegen gehört zu meiner Utopie nicht nur Wohnraumgerechtigkeit, sondern auch, dass bei der Infrastruktur nicht nur Gewinninteressen verfolgt werden. Dafür muss auch ein Großteil der Infrastruktur in staatlicher Hand sein. Wasser, Strom und Heizung sind essentiell zum Wohnen und sollten nicht abgestellt werden können, sondern gemeinschaftlich organisiert sein. ÖPNV muss barrierefrei erreichbar sein und so finanziert werden, dass die Menschen, die darauf angewiesen sind, sich ein Ticket auch leisten können, oder man kein Ticket mehr braucht.
    Lebensmittelmärkte lohnen sich meistens nicht wohnortnah. Besonders auf dem Land kann es sein, dass man 10 Kilometer fahren muss, um zum nächsten Supermarkt zu gelangen. Hier kann ich mir vorstellen, dass der Staat genossenschaftliche Modelle unterstützt, die keinen Gewinn machen, aber wichtig sind, um gerade ländliche Strukturen am Leben zu halten.
    Wohnen ist in der Stadt ein Problem, auf dem Land ist es der Leerstand. Auch hier gibt es gute Beispiele, bei denen Kommunen leerstehende Häuser aufgekauft haben und sie für Kulturschaffende zur Verfügung gestellt haben. Ein Stadtbild muss nach anderen Gesichtspunkten als nur Gewinn aufgebaut werden, um attraktiv zu bleiben. Eine Innenstadt, in der nur wohlhabende Menschen leben, wirkt gesichtslos und ausgestorben. Auf dem Land lohnen sich viele Teile der Infrastruktur nicht, weswegen Dörfer aussterben. Hier kann der Staat gemeinwohlorientiert gegensteuern.
    Zum Schluss noch ein wichtiges Plädoyer: Staatlicher Wohnraum muss nicht immer praktisch und quadratisch sein. Auch Sozialwohnungen können hübsch sein. Das Aalto-Hochhaus finde ich zum Beispiel wirklich schön.

  7. In was für einer Welt möchte ich leben? Eine gute Frage! Bezogen auf den Wohnungs- und Lebensraum möchte ich in einer Gesellschaft und Umgebung leben, in der kein Mensch auf der Straße leben muss und es auch gesetzlich so geregelt ist. In meinen Augen ist es nicht akzeptabel, dass Menschen, die egal durch welche Umstände auch immer obdachlos geworden sind, auf der Straße leben müssen, vor allem in einem Land wie Deutschland. Vorhandener Wohnraum sollte von denen genutzt werden die auch hier leben wollen. Wohnraum als Kapitalanlage zu verwenden und ungenutzt zu lassen ist ein Unding. Generell als Privatperson oder Unternehmen Gewinne mit der Vermietung von Wohnraum zu machen sehe ich kritisch, daher sollte der Wohnraum entweder im Besitz der Personen, die dort wirklich wohnen und leben, oder im Besitz von staatlichen oder kommunalen Wohnungsbaugesellschaften sein. Der Wohnraum muss auf jeden Fall bezahlbar sein.
    Strukturell sind in meiner Vorstellung die Wohnviertel oder Quartiere durchmischt von Menschen aus unterschiedlichen Kulturkreisen, mit anderen Interessen und aus verschiedenen Generationen. Zur Stärkung des Gesellschaftsdenken und der Gemeinschaftsfindung sollen Cohousing-Konzepte berücksichtigt werden. Lebensfrohe Gestaltung und Diversität in der Gestaltung sollen sowohl die Lebensqualität als auch das Befinden der Bewohner*innen verbessern. Auf innovative, energieeffiziente und ökologisch nachhaltige Baukonzepte sind ebenfalls Teil meiner hoffentlich nicht so ganz utopischen Vorstellung. Um Chancengleichheit zu ermöglichen muss die soziale als auch technische Infrastruktur gut ausgebaut sein. Diese strukturellen Punkte sollen dazu führen, dass zum einen keine Gated Communities entstehen und es zum anderen kein Ranking über den sozialen Stauts der verschiedenen Stadtteile ausbricht.
    Bei Entscheidungen oder Angelegenheiten, welche die Wohngegend betreffen, ist es notwendig die Meinung der Bewohner*innen zu berücksichtigen und dass eine aktive Gestaltungsmöglichkeit für die Bewohner*innen besteht. Des weiteren muss die Möglichkeit bestehen die Wohnungssituation hinsichtlich der Lebenssituation der einzelnen Bewohner*innen anpassen zu können.

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