Die Zukunft der Rente

Die Rente ist nicht nur ein Thema für alte Menschen. Die Entscheidungen, die heute getroffen werden, werden für die aktuelle Juso-Generation von großer Bedeutung im Rentenalter sein. Deshalb veranstaltete der Juso-Unterbezirk Bremen-Stadt am 25. Oktober eine Mitgliederversammlung zum Rente, um sich mit dem Thema zu beschäftigen.

Um den Einstieg in dieses komplexe Thema leichter zu gestalten, wurden zwei ReferentInnen eingeladen. Zum einen war dies Christian Beck, Bundesjugendsekretär der IG BAU, und zum anderen Sarah Ryglewski, stellvertretende SPD-Landesvorsitzende.

Sarah machte den Auftakt, indem sie die Position der Bremer SPD referierte. Kernpunkte des Konzeptes sind der Begriff der Guten Arbeit, die paritätische Finanzierung der Rentenversicherung durch ArbeitnehmerInnen und ArbeitgeberInnen und die Beibehaltung des Rentenniveaus bei über 50 Prozent. Sie rief in Erinnerung, dass die SPD auf dem Bundesparteitag beschlossen hat, die Rente bis 67 so lange auszusetzen, bis mindestens 50 Prozent der über 60-Jährigen in einer sozialversicherungspflichtigen Arbeit sind (aktuell sind es um die 14 Prozent). An diesem Beschluss müsse festgehalten werden.

Anschließend durfte Christian von der IG Bau (übrigens ebenfalls Genosse) den anwesenden Jusos die Sicht der Gewerkschaft näherbringen. Mit zwei Wahrheiten zur Rente stieg er ein: ein Mindestlohn ist zwar notwendig, wird das Problem der Altersarmut aber nicht lösen, da Menschen, die ein Leben lang den Mindestlohn beziehen keine ausreichende Rente bekommen werden. Außerdem könnten in vielen Berufen Menschen nicht bis 67 arbeiten, in manchen Branchen liegt das durchschnittliche Renteneinstiegsalter sogar bei 55 Jahren. Die Einführung der Rente mit 67 ist für sie somit de facto eine Rentenkürzung. Ebenso könnten nicht alle älteren ArbeitnehmerInnen in die Verwaltung wechseln, da bei den mittelständischen Handwerksunternehmen, bei denen der Großteil der Menschen arbeitet, kaum Verwaltungsstellen besetzt werden müssen.

Die IG BAU fordert eine solidarische Bürgerversicherung, in die alle (auch BeamtInnen, Selbstständige etc.) einzahlen müssen. Außerdem sollen ArbeitnehmerInnen in körperlich harten Berufen durch ihre Unternehmen abgesichert werden, indem diese einen Euro pro Stunde in einen Fonds zahlen sollen, aus dem z.B. später Ausgleiche für hohe Rentenabschläge gezahlt werde.

Im Anschluss an die beiden kurzen Vorträge wurde ausgiebig diskutiert über die Erwerbsminderungsrente, über den Unterschied zwischen Versicherungs- und Beitragsjahren und vieles mehr. Als Konsens kann ein klares Bekenntnis zur gesetzlichen Rentenversicherung und eine Absage an die privaten Rentenversicherung festgehalten werden Am Ende der Mitgliederversammlung sollten die meisten Jusos einen groben Überblick über das Thema Rente gewonnen haben, der eine intensivere Beschäftigung in der Zukunft zulässt.

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