Schluss mit der Ungleichbehandlung – Auszubildende und Studierende endlich gleichstellen!

Dieser Antrag wurde auf der Mitgliederversammlung der Jusos Bremen-Stadt vom 3. Dezember 2020 beschlossen.

Beschlusstext

Lehrjahre sind keine Herrenjahre – das gilt für das Studium und die Ausbildung leider immer noch gleichermaßen. Noch immer gibt es kein Bafög, das zum Leben reicht und trotz Mindestauszubildenenvergütung verdienen viele Auszubildende immer noch viel zu wenig!

Doch während es für Studierende neben dem Bafög zahlreiche weitere soziale Unterstützungsangebote gibt, gehen Azubis zumeist leer aus. Ob nun Studierendenwerk, Studierendenwohnheime, das Semesterticket oder spezielle Angebote von Institutionen und Unternehmen: Studierende genießen gegenüber Auszubildenden viele Vorteile und das trotz ähnlicher Situation.

Es ist Zeit, dass für Auszubildende endlich ein vergleichbares Netzwerk an Unterstützung wie für Studierende aufgebaut wird. Wenn wir es mit der Aufwertung der Ausbildung ernst meinen, können wir diese offensichtlichen Unterschiede zwischen Azubis und Studierenden nicht mehr hinnehmen!

Wir fordern deswegen:

  • Den Bau eines bremischen Azubiwohnheims, wie im Koalitionsvertrag vereinbart, endlich zu beginnen und alle dafür notwendigen Schritte schnellstmöglich in die Wege zu leiten!
  • Ein mit dem Semesterticket vergleichbares Ticket für alle Azubis, nicht teurer als 30,50€ und gültig für das gesamte VBN-Gebiet. Die Finanzierung soll von Azubis und Ausbildungsbetrieben getragen werden.
  • Keine Benachteiligung an der Kasse! Wir fordern alle Unternehmen, die vergünstigte Angebote für Studierende anbieten auf, diese auch auf Azubis auszuweiten.
    Bei öffentlichen Einrichtungen oder Unternehmen mit öffentlicher Beteiligung müssen schnellstmöglichst gleichwertige Angebote für Azubis geschaffen werden.
  • Den Aufbau einer dezentralen im Bereich der Berufsschulen angesiedelten psychologischen Beratungsstruktur für Auszubildende, die ihnen ein vergleichbares Angebot wie es für Studierenden in Bremen existiert bietet.

Diese Forderungen gelten natürlich auch für dual Studierende und Freiwilligendienstleistende.

Darüber hinaus bedarf es weiterhin einer allgemeinen Verbesserung der Ausbildungsbedingungen und einer Ausweitung des Ausbildungsangebotes. Wir setzen uns in Bremen deswegen für eine schnelle Umsetzung einer Ausbildungsumlage ein! Nur so können wir allen Menschen, die eine Ausbildung machen wollen auch einen Ausbildungsplatz garantieren. Im Koalitionsvertrag bereits vereinbart, muss diese Umlage jetzt auf den Weg gebracht werden. 

Grundlage unserer Bemühungen, besserer Ausbildungsbedingungen herzustellen, ist jedoch nach wie vor eine auskömmliche Ausbildungsvergütung mit der Azubis ihren Lebensunterhalt bestreiten können! Die auf Bundesebene erkämpfte Mindestausbildungsvergütung ist dazu ein Schritt in die richtige Richtung. Wir setzen uns hier für eine merkliche Erhöhung ein, damit die Ausbildungsvergütung auch zum Leben reicht.

Darüber hinaus ist auch beim Thema Ausbildung eine umfassende Tarifdeckung in allen Branchen entscheidend. Auch hier setzen wir uns auf Bundesebene für Maßnahmen ein, um mehr Auszubildenden in den Genuss von Tarifverträgen kommen zu lassen. 

Nicht zuletzt muss die Politik ihre Handlungsspielräume im öffentlichen Dienst nutzen und eine auskömmliche Vergütung von Azubis gewährleisten! Gerade Berufe im öffentlichen Dienst sind systemrelevant und haben eine bessere Bezahlung verdient. Das Land Bremen als Arbeitgeber muss hier eine gute Bezahlung für alle Beschäftigten garantieren!

Beschluss als PDF

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