Mit einem Appell fordern die Jusos und die GRÜNE JUGEND aus Bremen und Niedersachsen die Freilassung des inhaftierten Bremer Fans, der auf Grund der Zwischenfälle beim vergangenen Nord-Derby in Untersuchungshaft sitzt. In dem beigefügten Schreiben, welches sich an den Bremer Innensenator Ulrich Mäurer und den Polizeipräsidenten Lutz Müller richtet, kritisieren die Jugendorganisationen das Vorgehen der Polizei und fordern ein härteres Durchgreifen gegen rechte Hooligans.

„Wir sehen das aktuelle Vorgehen der Polizei als besorgniserregend an und fordern die sofortige Freilassung von Valentin. Es kann nicht sein, dass die jüngsten Vorkommnisse völlig entpolitisiert werden und die Polizei ausgerechnet die Menschen verfolgt und wegsperrt, die sich gegen gewalttätige Nazis und Hooligans selbst verteidigen müssen“, so David Ittekkot, Landesvorsitzender der Bremer Jusos. „Selbstverständlich lehnen wir jedwede Form von Gewalt ab und wünschen uns ein friedliches Zusammenleben aller Menschen“, ergänzt Arne Zillmer, stellvertretender Juso-Landesvorsitzender aus Niedersachsen.

Auf einer Pressekonferenz am 2. Juli wurden Ermittlungsergebnisse zu Ausschreitungen rund um das Nord-Derby vom 19. April veröffentlicht, laut Andrea Wittrock, Leiterin der Kriminalpolizei, wolle man demnach mit der Inhaftierung Valentins „ein Zeichen gegen Gewalt“ setzen. Dabei sei es „erstmal egal, ob sie von links oder rechts kommt“.

Die Vertreter*innen der Jugendorganisationen geben sich skeptisch. „Hier wird gerade ein fatales Zeichen gesetzt, den Hooligans wird so signalisiert, dass sie freie Bahn haben und offenbar nach wie vor keine Repression befürchten müssen, während ihre Gegner*innen drangsaliert werden“, meint Alexandra Werwath, Sprecherin der Grünen Jugend Bremen. Auch das Vorgehen der Polizei am Tag des Nord-Derby werfe Fragen auf, sagt Marcel Duda, niedersächsischer Sprecher der Grünen Jugend: „Die Polizei hat die Ultras wissentlich in die Richtung der Hooligans gedrängt, in die Arme von chronischen Gewalttäter*innen. Die Verhaftung soll eigene Verfehlungen kaschieren“, so Duda.

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